
Auf der Siemens PLM Connection 2026 mit über 800 Besucherinnen und Besuchern sowie mehr als 90 Sessions und Vorträgen wurde ein Ansatz zum KI-basierten rekursiven Clustering technischer Lösungen aus fragmentierten Datenquellen vorgestellt. Katharina Schmucker von der Siemens AG, die im Rahmen ihrer Promotion am Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr.-Ing. Dr. h. c. Jivka Ovtcharova promoviert, zeigte unter dem Leitsatz „Klassenbaum war gestern, Clustering ist heute“, wie technische Lösungen datengetrieben und dynamisch „vom Groben ins Feine“ strukturiert werden können. Aufbauend auf Forschungsarbeiten des Siemens-Kollegen Dr. Jonathan Leidich nutzt der vorgestellte Ansatz globale und lokale technische Ähnlichkeiten, um technische Lösungen aus fragmentierten Datenquellen rekursiv zu clustern. Im Gegensatz zu statischen, vorab definierten Klassifikationsstrukturen können dadurch implizite technische Zusammenhänge, Differenzierungen und Variantenstrukturen datengetrieben erschlossen und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die Forschung geht über die reine Strukturierung und Suche von technischen Lösungen hinaus. Das Clustering ist Teil eines übergeordneten Ansatzes, in dem sowohl ein evolvierender Engineering-Wissensbestand aufgebaut als auch dessen konkrete Nutzung entwickelt wird. Hierfür sollen Agentic AI-Methoden entwickelt werden, die dieses Wissen verlässlich und skalierbar für bestimmte Usecases und deren Engineering-Aufgaben nutzen können. Die vorgestellten Methoden können unter anderem dazu beitragen, Configure-to-Order-Prozesse und das Variantenmanagement datengetrieben zu unterstützen und damit verbundene manuelle Aufwände zu reduzieren.