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Prof. Ovtcharova vom KIT beim DigiTalk der IHK Köln mit EU-Kommissar Günther Oettinger

DigiTalk

Die Teilnehmer des DigiTalk: Frank Blase, Geschäftsführer igus GmbH; Prof. Jivka Ovtcharova; Prof. Wolfgang Prinz, Stellv. Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik; Moderator Richard Gutjahr; Judith Klups, Partnerin Zukunftsagenten; Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft; Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer IHK Köln (Foto: © www.nickel-photography.com)

 

Industrie 4.0 – Verschlafen wir die digitale Revolution? – Zu diesem Thema hat die IHK Köln den Moderator Richard Gutjahr sowie Gäste aus Politik, Forschung und Wirtschaft zum dritten „Digital Talk“ nach Köln eingeladen. Dieses Mal ging es um die Frage, wie gut Deutschland beim Thema Industrie 4.0 aufgestellt ist. Antworten darauf gaben unter anderem Günther Oettinger, der als EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft schilderte, was auf europäischer und nationaler Ebene passiert – und passieren muss, um z. B. von den USA, China und Südkorea nicht abgehängt zu werden. Die Digitalwirtschaft der Amerikaner, die auf eine gesamtwirtschaftliche Überlegenheit ausgerichtet sei, träfe nun auf die Realwirtschaft. Deutschland sei vom digitalen Vormarsch der Amerikaner sehr stark betroffen, sagt Oettinger: „Wir haben mehr als andere zu verlieren, aber auch zu gewinnen!“

Auch aus der Sicht der Wissenschaft hat Deutschland keinen Grund, ängstlich zu sein. Frau Prof. Jivka Ovtcharova ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir müssen uns gar nicht mit amerikanischen Konkurrenten vergleichen! Wir haben einzigartige, gebündelte Kompetenzen. Wenn wir überhaupt ein Problem haben, dann nur, dass wir zu vorsichtig, zu langsam sind. Wir brauchen mehr Euphorie und dürfen keine Angst haben, zu scheitern! Industrie 4.0 braucht Raum – auch für Rückschläge, denn dadurch lernt man.“

Die KIT-Wissenschaftlerin veranschaulichte, was Digitalisierung bedeutet: Daten aufzunehmen, zu speichern, wiederzuverwenden – und heute die Algorithmisierung smart zu machen: „Darin besteht die Erweiterung unserer Möglichkeiten, es ist eine Erweiterung der Realität.“ Unsere Aufgabe sei es nun, unser Können zu nutzen, um diese Datenauswertung pragmatisch einzusetzen, schlussfolgerte Ovtcharova.

Am Ende könnte das Fazit des Abends lauten: Wir sind in der Industrie 4.0 bestens aufgestellt. Wir besitzen das notwendige Know-how und die Technologie. Um den Anschluss nicht zu verpassen, ist es allerdings jetzt Zeit zu handeln – und mehr Risiken einzugehen.

 

 

Prof. Ovtcharova im Interview zu Industrie 4.0

Im Rahmen des DigiTalk in Köln mit EU-Kommissar Günther Oettinger am 21.10.2015 gab Prof. Ovtcharova ein aufschlussreiches Interview.